Reinhold Niebuhr

amerikanischer ev. Theologe; Prof. am Union Theological Seminary in New York 1928-1960; vertrat ein gegenwartsbezogenes biblisches Christentum; Veröffentl. u. a.: "Does Civilization Need Religion?", "Christentum und Machtpolitik", "Kinder des Lichts und Kinder der Dunkelheit"

* 21. Juni 1892 Wright City/MO

† 1. Juni 1971 Stockbridge/MA

Wirken

Reinhold Niebuhr wurde am 21. Juni 1892 in Wright City/Montana geboren und ist ein Nachkomme des deutschen Historikers und Staatsmannes Barthold Georg N. (1776-1831), der ein Mitarbeiter des Freiherrn vom Stein und später preußischer Gesandter am Vatikan war, und der als Geschichtslehrer großen Einfluß auf Ranke und Mommsen ausübte.

N. gehörte der dritten Generation dieser Familie in Amerika an, in der noch fließend Deutsch gesprochen wurde. Sein Elternhaus war von der Geisteshaltung Adolf von Harnacks erfüllt. N. studierte am Elmhurst College in Illinois, am Eden Theological Seminary in St. Louis/Mo. und an der Yale Universität. Er lehnte zunächst die ihm angebotene akademische Laufbahn ab, da ihn die praktischen Aufgaben eines Gemeindepfarrers mehr lockten. Von 1915-18 war er Pfarrer in Detroit, der sich damals mächtig entwickelnden Industriestadt. "Das Wachstum Detroits von einer halben Million Einwohner auf eineinhalb Millionen beeinflußte meine geistige Entwicklung stärker als irgend ein Buch, das ich in dieser ...